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Geschichte der Stadt Schöppingen

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Erste Spuren einer steinzeitlichen Besiedlung des Schöppinger Raumes sind durch
1935, 1955 und 1961 ausgegrabene Gefäßfunde belegt.
Die ältesten lassen sich auf ca.
2800 v. Chr. (Jüngere Steinzeit, Trichterbecherkultur) datieren.
Ein Urnenfund direkt nördlich des Ortsteiles Eggerode
wird der mittleren Bronzezeit zugerechnet.
Weitere Urnen- und Siedlungsfunde bezeugen
auch die Besiedlung während der Eisenzeit (ca. 500 v.Chr.) (Finke 1988).



Um 775 n. Chr. erreichten die Heere Karls des Großen
im Verlauf der Sachsenkriege (772-804 n. Chr. ) Schöppingen.
Die nachfolgend zur Christianisierung eingesetzten Franken
begründeten eine erste Kirche (zwischen 785 und 792) in Schöppingen,
die auch heute noch den Namen des fränkischen Kirchenpatrons
St. Brictius (Bischof von Tours, Nachfolger des heiligen Martin) trägt.


838 wurde Schöppingen in einer Schenkungsurkunde
von Ludwig dem Frommen (Sohn Karls des Großen) erstmalig urkundlich erwähnt.


Hierhin gingen die Zehntrechte u.a. von Wateringas (Wettringen) und Stockheim (Stockum),
beide im Gau Scopingus (Schöppingen) gelegen,
an die Reichsabtei Herrivurth (Herford) über.
Der Scoping-Gau umfaßte zu seiner Zeit fast das gesamte nordwestliche Münsterland
mit Schöppingen als gleichnamigen Hauptort.


Um 1100 wurde an dem Standort der hölzernen Pfarrkirche in Stockum (Kirchburg)
an der Welle (Quellbach), einem strategisch günstig gelegenen, früh befestigten Ort,
ein steinerner Wehrturm errichtet.
Um 1230 mit einem Glockengeschoss auf das heutige Maß aufgestockt,
stellt dieser den Kirchturm der heutigen St. Brictius Kirche dar.
Die Welle ist ein kleiner Bachlauf mit Quelle unter der St. Brictius-Kirche.
Jenseits der Welle außerhalb der Kirchburg befand sich seit 1390 der
planmäßig gegründete und befestigte bischöfliche Ort Schöppingen („Skopengen“).
Seit 1435 ist die Bezeichnung „Stadt“ für Schöppingen gebräuchlich.


Bereits bei der Deutung des Namen Schöppingen,
der von dem Namen des Scoping-Gaues abgeleitet und
auf den somit schon damals bedeutenden Ort übertragen wurde,
spielt die Quelle unter der Kirche ein gewisse Rolle.
Eine Erklärung des Ortsnamen geht vom Wortstamm „Schöpfen“ (des Wassers) aus.
Auf die Welle (plattdeutsch für Quelle) bezieht sich die alte Redensart
„An de Well hebbt se't segt“.
Sie ist vermutlich ein Hinweis auf die bereits frühe besondere Bedeutung der Quelle
unter der St. Brictius Kirche.
Vermutet wird ein früher Platz einer Gerichtsbarkeit,
einem Gogericht, einem Platz von zentraler Bedeutung für einen Gau.
Das Gogericht wechselte später in die Heide bei Metelen und
hieß Gogericht „zum Sandwelle“.
Es tagte jedoch noch häufig im Schöppingener Pfarrhof
unweit der Quelle.


Im 12. bis 14. Jahrhundert fanden Ortsteile und einige Bauernschaften Schöppingens
ihre erste Erwähnung als Kirchensitze (Eggerode) und
Namen niederer Adelsfamilien (Familie von Heven;
Familie von Ramsberg [de Ramsberge: 1356 Rodger de Ramsberge, Domherr zu Münster;
1374 Diedrich de Ramsberge, Burgmann zu Nienborg]).
Der heutige Ortsteil Eggerode wurde mit der Bezeichnung „Ecgenrothe“
im Jahr 1151 in einer Besitzurkunde des Chorfrauen-Stiftes Asbeck
erstmals schriftlich genannt.
Um 1300 wurde Eggerode eine eigene Pfarrei zugesprochen.


Das von einem Kreuzzug durch die Herren von Stryck (1196-1270)
mitgebrachte Marien-Gnadenbild
„Unsere Liebe Frau vom Himmelreich“ (orientalisches Muttergottesbild)
erfuhr in Eggerode im 14.Jahrhundert bereits besondere Verehrung
aber erst Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich die Marienwallfahrt
in Eggerode etabliert.
Im 14. Jahrhundert wurde im Bereich Stockum (heute Bauernschaft Haverbeck)
die Burg Övelgönne („übel gegönnt“, zunächst als Raubritterburg und
folgend als Eigentum der Edelherren von Solms zu Ottenstein
(ursprünglich eine Grafenfamilie bei Frankfurt) erwähnt.
Nach längeren Auseinandersetzungen mit den Edelherren von Solms zu Ottenstein
schliffen 1396 die Truppen des Bischofs zu Münster sie zum zweiten Mal und endgültig.
Aus den Trümmern erbauten die Schöppinger Bürger Stadttore (Obertor und Untertor).
Damit fanden die Befestigungsanlagen der Stadt Schöppingen erstmals Erwähnung.
An dem Fernradwanderweg „Vechteroute“ erinnert ein Gedenkstein
an den nahegelegen ehemaligen Standort der Burg Övelgönne.
Der Straßengrundriss des Ortskernes läßt auch heute noch die Lage der Stadttore erkennen.


Zur Zeit der Reformation bildeten sich unter dem Eindruck der Thesen Martin Luthers
verschiedene von der katholischen Kirche abgespaltete Sekten und
hinterließen auch in der Schöppinger Geschichte Spuren.
Eine dieser Gründungen war die Täufer-Bewegung.
Einer Gruppe Täufern gelang es 1534,
in Münster einen Täuferstaat mit Gütergemeinschaft und Polygamie ("Vielweiberei")
zu errichten.
Das dort errichtete Täufer-Königreich von Münster artete bald in eine,
die täuferische Bewegung auf Dauer diskreditierende, Schreckensherrschaft aus.
Diese konnte durch das Heer des Bischofs von Münster nach
einer Belagerung von 16 Monaten im Juni 1535 beendet werden.
Drei führende Täufer, darunter Bernhard Krechting,
Pfarrer aus Gildehaus und Sohn des Schöppinger Organisten,
wurden 1536 in Münster zu Tode gefoltert und ihr Leichnam in Käfigen zur Schau gestellt.
Daran erinnern noch heute die so genannten „Ketzerkäfige“
an der St. Lamberti Kirche in Münster.
Der Bruder Bernhard Krechtings, der frühere Gograf (Gogericht zum Sandwelle)
und abtrünnige bischöfliche Notar Heinrich Krechting führte den Titel „Kanzler“
des münsterschen Täuferreiches.
Er entkam den bischöflichen Truppen nach Ostrfriesland.


Als kunsthistorisches Kleinod aus dem 16. Jahrhundert ist
das alte Rathaus von Schöppingen (in der jetzigen Form 1583 erbaut) erhalten geblieben.
Sein Bau deutete die wirtschaftliche Blüte Schöppingens im 16. Jahrhundert an.
Als es 1818 aufgrund schlechter Bausubstanz abgerissen werden sollte,
setzten sich Schöppinger Bürger, Bauern, Kaufleute und Handwerker für
den Erhalt des Gebäudes ein und restaurierten es.


Ab 1659 findet sich die Bezeichnung „Wigbold“ neben der Bezeichnung „Stadt“
auf amtlichen Schriften.
Sie ist die Umschreibung einer Stadt mit minderen Rechten.
Dies ist als Hinweis auf die schlechte wirtschaftliche Lage
dieser ehemals regional bedeutenden Stadt (und vieler anderer westfälischer Städte)
nach dem Dreißigjährigen Krieg zu verstehen.


Ca. 1720/30 wurde im Norden von Schöppingen in der heutigen Bauernschaft Haverbeck
das Barockschloss „Haus Stockum“ errichtet.
1799 brannte es aus und zu Beginn des 19.Jahrhundet stürzte die Ruine vollständig ein.
Seit dem Dreißigjährigen Krieg befand sich dieser Bereich im Eigentum
des Geschlechtes “von der Beverförde zu Stockum“ und gelangte um 1800
in den Besitz des Freiherrn von Oer (Haus Egelborg bei Legden),
der die Ruinen abtragen ließ.
Die Brüningmühle (erbaut 1710) und die Stockumer Kapelle (1707)
in der Bauerrnschaft Haverbeck sind als einzige Teile dieser ehemaligen
Schlossanlage erhalten geblieben.


Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde das Fürstbistum Münster,
zu dessen Hochstift Schöppingen als Teil des Amtes Horstmar gehörte, aufgelöst.
Damit wurden alle Lehnsbindungen an geistliche Fürsten aufgehoben.
Während die östlichen Gebiete des ehemaligen Fürstbistum zusammen mit
Münster Preußen zugerechnet wurden,
erhielt der Wild- und Rheingraf zu Salm-Grumbach-Grehweiler
den westmünsterländer Anteil und bezeichnete diesen Bereich als Grafschaft Horstmar.
Das Adelsgeschlecht nannte sich von nun an Wild- und Rheingrafen zu Salm-Horstmar.
Regiert wurde die Grafschaft in dieser Zeit
von Friedrike Gräfin zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein,
die Vormünderin ihres noch minderjährigen Sohnes
Wilhelm Friedrich Karl August Wild- und Rheingraf zu Salm-Horstmar.


1806 löste Napoleon die Grafschaft Horstmar auf
und ließ sie im Großherzogtum Berg aufgehen,
das sein Schwager Joachim Murat bis 1808,
als Napoleon die Verwaltung selbst übernahm, regierte.
Von 1810 bis 1813 war Schöppingen nach der Vereinigung
Nordwestdeutschlands mit Frankreich eine französische Bürgermeisterei.

1813 kam Schöppingen nach Aufhebung der napoleonischen Herrschaft
unter preußische Verwaltung.
Bis 1816 zählte es zum Kreis Steinfurt,
an dessen Spitze der frühere bergische Unterpräfekt
von Coesfeld Clemens Wenzel Freiherr von Oer stand.
Danach wurde es dem Kreis Ahaus zugerechnet.
Zunächst bestand Schöppingen aus vier Gemeinden:
Stadt Schöppingen, Kirchspiel Schöppingen, Eggerode und Asbeck.
1836 scherte Asbeck jedoch aus dem Amtsverband aus und
bildete mit dem benachbarten Legden eine Bürgermeisterei.

Mit der westfälischen Landgemeindeordnung von 1841 und
dem Gemeindeverfassungsgesetz von 1933 verlor Schöppingen offiziell
die Bezeichnung „Stadt“.

Schöppingen war im Ersten Weltkrieg nicht
unmittelbar durch Kriegshandlungen betroffen,
jedoch gab es auch hier mehr als 100 Todesopfer zu beklagen.
Während der Kriegsjahre herrschte ein Mangel
v.a. an männlichen Arbeitskräften in der Landwirtschaft.
Die Besatzung des Ruhrgebietes durch französiche Truppen
erschwerte nach dem Ersten Weltkrieg den Absatz landwirtschaftlicher Produkte.
Die Wirtschaftskriese schlug auch im ländlichen Raum zu.
Inflation, erhebliche Zunahme der Arbeitslosen- und Fürsorgeempfängerzahlen
begleiteten auch die Menschen in Schöppingen während des
Niederganges der Weimarer Republik.

Der Zweite Weltkrieg entzog der Landwirtschaft
abermals die männlichen Arbeitskräfte.
Durch die Kapitulation am Karfreitag 1945 konnte eine Zerstörung Schöppingens
abgewendet werden.
Die anschließende Besatzungszeit sowie der große Zustrom von Flüchtlingen
hatten auch Einfluss auf das demographische Bild Schöppingens.
So ist der zahlenmäßige Anteil evangelischer Christen an der Gemeindebevölkerung erst
nach dem zweiten Weltkrieg erwähnenswert.


Bedingt durch die kommunale Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen
1969 schlossen sich die Gemeinden Wigbold Schöppingen,
Kirchspiel Schöppingen sowie Eggerode und Kirchspiel Eggerode zur
neuen Gemeinde Schöppingen zusammen.
Nachdem die Kreisreform von 1975 die bisherigen Altkreise Ahaus und Borken zusammenfasste,
wird Schöppingen (Altkreis Ahaus) dem Kreis Borken zugerechnet.
Die heutige Gemeinde Schöppingen umfasst die sieben Bauernschaften
Ebbinghoff, Tinge, Heven, Ramsberg, Gemen und Haverbeck (früher Stockum)
und die Bauernschaft Kirchspiel Eggerode sowie den Ortsteil Eggerode.

Die Wirren und Kriege gingen auch an Schöppingen nicht spurlos vorbei.
Bereits im 16. Jahrhundert waren Auseinandersetzungen im Niederländisch-Spanischen Krieg
auch auf Schöppinger Boden ausgetragen worden.
1626 wurde Schöppingen durch niederländische Truppen völlig ausgeplündert.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zogen weitere fremde Heere
durch Schöppingen oder richteten hier eine Garnison ein.
Gelegentliche Bombenabwürfe und Besatzungszeit belegen auch für den Zweiten Weltkrieg
die direkte Betroffenheit der Landbevölkerung durch die große Politik.


Zur Zeit des Kalten Krieges in den 60er und 70er Jahren des
20. Jahrhunderts galten die Nike-Raketenstellungen der in Schöppingen stationierten
NATO-Einheit als ein Garant der Abschreckung.
Heute zeugen grasende Schafe und die in den oberirdischen Bunkeranlagen
auf dem Schöppinger Berg untergebrachten Landmaschinen von einer entspannten
Ost-West-Politik.




Einwohnerentwicklung

Das Erliegen der vorindustriellen Weberei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
hatte eine Verarmung großer Bevölkerungsschichten auch in Schöppingen zur Folge.
Gleichzeitig war die Bevölkerungsentwicklung im 19. Jahrhundert geprägt
von einem kontinuierlich steigenden Geburtenüberschuss.
Wirtschaftliche Krise und hoher Bevölkerungsdruck ließen die Chancen der Menschen
auf einen Platz im Arbeitsmarkt schwinden.
So erklärt sich die Auswanderung von 321 Schöppingern im Zeitraum von 1834 bis 1885.
Sie suchten zum größeren Teil bessere Lebens- und Erwerbsbedingungen in Übersee,
v.a. in Nord- und Südamerika.
Die Zahl der Einwohner sank von 3717 im Jahr 1853 auf 3201 im Jahr 1885.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl zunächst wieder an.
Die forcierte Industrialisierung des Ruhrgebietes während des Nationalsozialismus
führte jedoch zur Abwanderung von Arbeitskräften und deren Familien,
so dass trotz eines Geburtenüberschusses die Zahl der Einwohner von 3661 (1935)
auf 3172 im Jahr 1941 sank.
Bedingt durch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen änderte sich nicht nur
wiederum die Bevölkerungsentwicklung sondern v.a. auch die Bevölkerungsstruktur
in Schöppingen.
Während sich das Amt Schöppingen im 19. Jahrhundert noch durch Sonderzahlungen
vor Zuzug schützte, musste es während des Zweiten Weltkrieges
Evakuierte aus Münster und v.a. aus den Städten am Nordrand des Ruhrgebietes aufnehmen.
Mit dem Ende des Krieges setzte ein Zustrom von zugewiesenen überwiegend
protestantischen Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ein.
So zählte man in Schöppingen 1947 insgesamt 4940 Einwohner.
1785 Personen waren Vertriebene und Evakuierte.
Aufgrund der schlechten Arbeitsplatzsituation in dem landwirtschaftlich
geprägten Schöppingen verringerte sich der Anteil der ehemals Zugewiesenen
bis Anfang der 60er Jahre auf unter 700 Personen.
Bereits 1956 war die Einwohnerzahl auf 4173 gesunken.


Die Stationierung einer NATO-Einheit 1963 auf dem Schöppinger Berg
bescherte Schöppingen einen neuerlichen positiven Ausschlag der Bevölkerungskurve.
Zeitweise wohnten über tausend Nato-Soldaten mit ihren Familien in Schöppingen.
Am 01.09.1985, fast drei Jahre nach dem Beginn
des kontinuierlichen Abzuges der Soldaten, hatte Schöppingen 6189 Einwohner,
davon waren 877 niederländische und US–amerikanische NATO-Angehörige.
1987 wurde die NATO-Einheit endgültig aufgelöst.
Der Abzug stellte vor allem einen wirtschaftlichen Einschnitt dar.
Leerstehende Wohnungen und ein spürbar geringerer Umsatz im Einzelhandel
sorgten nicht nur die Gemeindeväter.
Wohnungsbaugesellschaften und die Caritas ermöglichten es,
innerhalb eines Jahres 92 % der leerstehenden Wohnungen an Interessenten
aus dem Ruhrgebiet zu verkaufen oder zu vermieten.


Mit dem Fall der deutsch-deutschen Grenze 1989 wurden in der
ehemaligen Kaserne DDR-Übersiedler und nachfolgend Aussiedler
aus den ehemaligen Ostblock-Staaten in einer überregionalen Aufnahmestation untergebracht.
Der sprunghafte aber kurzfristige Anstieg der Einwohnerzahl Schöppingens
in den Jahren 1989 und 1990 dokumentiert diese historische Landmarke der Bundesrepublik.
Seit 1992 ist das Kasernengelände eine Aufnahmeeinrichtung des Landes
Nordrhein-Westfalen für Asylbewerber.
Da die Asylbewerber mit Wohnsitz in Schöppingen gemeldet sind,
lassen sich somit jährliche Schwankungen der Einwohnerzahlen erklären.
Auch wenn die jüngsten Einwohnerzahlen des Jahres 2002 einen Rückgang der Bevölkerung
anzeigen, so verdeutlicht sich trotzdem der allgemeine Aufwärtstrend
in der Einwohnerzahlentwicklung.
Betrachtet man die prozentuale Zunahme der Einwohnerzahlen für den Zeitraum
zwischen 1975 und 2000, so rangiert Schöppingen im Kreis Borken mit 67 %
noch vor Raesfeld mit 66,7 % .


Die durchschnittliche Zunahme im Kreis Borken beträgt für den gleichen
Zeitraum 24,1 % .
Diese überdurchschnittliche Zunahme erklärt sich in Schöppingen durch einen
besonders hohen Zuzugsüberschuss.
Hierfür verantwortlich ist nicht zuletzt die rege Erweiterung der Wohnbauflächen
in den 80er (4 Wohnbaugebiete mit 177 Bauplätzen)
und 90er Jahren (9 Wohnbaugebiete mit 288 Bauplätzen bzw. Wohneinheiten)
des 20. Jahrhunderts, aber vor allem die mit eingeschlossene Wertung
der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber.


Schöppingen ist unter den Städten und Gemeinden des Kreises Borken
die Gemeinde mit der geringsten Bevölkerungsdichte (113,7 E/km 2 ).
Ein Viertel der Bevölkerung lebt in den Bauernschaften.
Ebenso weisen die Nachbargemeinden Heek und Legden
Bevölkerungsdichten < 120 E/km 2 auf und bilden so mit Schöppingen
den bevölkerungsschwachen Nordosten des
Kreises Borken (Stand 30.06.2001, Kreis Borken 2002).
Auf der Grundlage der Einwohnerzahl vom 28.05.2002
errechnet sich für Schöppingen sogar eine Einwohnerdichte von nur 107,6 E/km 2


In dieser ländlichen Region hält auch weiterhin der Trend zum Bau von
Einfamilienhäusern an.
Noch ist erschließungsfähiger Raum v.a. aufgrund der Aufgabe
landwirtschaftlicher Produktionsflächen vorhanden.
So belegt Schöppingen im Kreis Borken mit einem Anteil von 81,1 % Einfamilienhäusern
an den gesamten Wohngebäuden
en zweiten Rang hinter Heek
mit einem Anteil von 82,6 % Einfamilienhäusern.
Der Kreisdurchschnitt ist mit 72,4 % und der Landesdurchschnitt
mit 56,8 % angegeben (Stand: 01.01.2000, Kreis Borken 2001).
Die gleiche Rangfolge ergibt sich bei der durchschnittlichen Wohnfläche der Wohnungen.
Mit 119,8 m 2 durchschnittlicher Wohnfläche je Wohnung platziert
sich Schöppingen abermals auf Platz zwei im Kreis Borken hinter Heek
mit durchschnittlich 126,5 m 2 .
Der Anteil von Zweifamilienhäuser beträgt in Schöppingen
15,4 % (Kr. Borken: 20,3 %, NRW: 20,9 %).
Typisch für den ländlichen Raum ist der geringe Anteil an Mehrfamilienhäusern.
Nur 3,5 % der Schöppinger Wohngebäude sind dieser Kategorie zuzurechnen.
Im Kreis Borken weisen lediglich die Gemeinden Heek (1,6 %) und Südlohn (3,2 %) einen
noch geringeren Anteil an Mehrfamilienhäusern auf.

Mit einem Altersdurchschnitt von 34,7 Jahren gilt Schöppingen als die jüngste
Gemeinde des Kreises Borken (Stand 01.01.2001, Kreis Borken 2002).
Es zeigt sich , dass vor allem die Gruppe der 10-45-Jährigen einen höheren Anteil
an der Bevölkerung in Schöppingen bildet als in den übergeordneten Verwaltungseinheiten.
Deutlich geringer ist dem gegenüber der Anteil der über 45-Jährigen.



Land- und Forstwirtschaft

Ein Hinweis auf die Jahrhunderte alte Kulturnahme und landwirtschaftlichen
Tätigkeiten sind die zahlreichen Eschfluren v.a. östlich der Vechte und
am Nordrand des Osterwicker Hügellandes.
Der mit 79,1 % hohe Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche
an der Gesamtkatasterfläche verdeutlicht den landschaftsprägenden Charakter
der Landwirtschaft im Schöppinger Raum.

Dienten die ersten, durch Rodung entstandenen,
landwirtschaftlich genutzten Flächen weitgehend nur der Eigenversorgung,
so waren bereits im Mittelalter mit der Entwicklung größerer Siedlungen und
befestigter Städte die in der Landwirtschaft produzierten Güter auch Handelswaren.
Die Erweiterung der Produktion erforderte auch
einen größeren Flächenbedarf – die Rodungen wurden erweitert.
Eine erste Ausbauphase war die Anlage der Eschfluren einhergehend mit der
Gründung der Schultenhöfe entlang der Vechte sowie Üding, Höping, Haverbeck und Gemen.
Diese Gründungen waren wahrscheinlich vor 1100 abgeschlossen.
Eine weitere Auflichtung erfuhr das ehemalige Waldland durch die Allmende-Nutzung
bzw. die gemeinschaftliche Nutzung des Markenlandes.
Bedingt durch Waldweide und Überweidung wurden die Waldbereiche weiter zurückgedrängt.
Einen erneuten Ausbau der Produktionsflächen widerfuhr der mittelalterlichen Landschaft
durch die am Rande der bestehenden genutzten Flur angesiedelten Kötter.
In der Bauernschaft Heven standen diese Kotten ganz am Rande der Wersche.
Bis zum Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war die Landwirtschaft
der Haupterwerbszweig der Landbevölkerung.


Auch heute noch bestimmt die Landwirtschaft das Landschaftsbild,
jedoch gibt es nur noch wenige Erwerbstätige in der Landwirtschaft.
1999 wurden in Schöppingen nur 3,1 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
in der Sparte „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ geführt (Kreis Borken 2001a).
Das Verhältnis von Teilbeschäftigten (307) und Vollbeschäftigten (129) in der
Schöppinger Landwirtschaft für das Jahr 1999 verdeutlicht die geringen und weiter
rückläufigen Erwerbsmöglichkeiten in der modernen Landwirtschaft.

Bedingt durch den bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts einsetzenden
Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie durch die Rationalisierungen und
Intensivierungen in der Landwirtschaft entwickelte sich Schöppingen
als ein Schwerpunkt der agraren Veredelungsindustrie in Nordrhein Westfalen.
Von 213 im Jahr 1999 gezählten landwirtschaftlichen Betrieben widmeten
sich 56,3 % ausschließlich der Veredlung und 19,7 % dem Futteranbau.
Schöppingen wies 1999 mit 1380 Schweinen auf je 100 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche
die höchste Schweinedichte im Kreis Borken auf.
Auch die Absolutzahlen spiegeln dies wieder.
Nach der Stadt Borken (102 223 Schweine) und der Stadt Ahaus (85 025 Schweine)
beherbergten die Landwirte der Gemeinde Schöppingen 1999
mit 73 637 den drittgrößten Schweinebestand im Kreis Borken (Kreis Borken 2001).
Mit 219 897 Hühnern nahm Schöppingen 1999 auch eine Spitzenposition in der
Geflügelproduktion im Kreis Borken ein.

Damit einher geht der mit 88,3 % hohe Ackerlandanteil (1995) an der
landwirtschaftlichen genutzten Fläche.
Auf 26 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dominiert der
Silomaisanbau (1999: auf 24,3 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche) und
prägt somit in einigen Bereichen wesentlich das Landschaftsbild.
Hauptgetreidearten waren 1995 Weizen und Gerste.

Der Grünlandanteil (1995: 11,4%) verteilt sich auf einige Flächen entlang
der südwestlichen Abdachung des Schöppinger Berges,
in der schmalen Vechte-Aue und auf Flächen mit geringmächtigen meist stark
staufeuchten Böden des Osterwicker Hügellandes.


Die Zahl der Betriebe v.a. unter 30 ha nimmt deutlich zu Gunsten größerer
Produktionseinheiten ab,
die über eine abnehmende Gesamtbetriebsfläche verfügen.
So schrumpfte die landwirtschaftliche Nutzfläche in den 80er und 90er Jahren
des 20. Jahrhunderts aufgrund reger Wohnbautätigkeit.

Der Strukturwandel der letzten 20 Jahren in der Landwirtschaft
hat bereits landschaftsprägenden Charakter.
So schrumpfte der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Schöppingen
von 40 % (ca. 2172 ha) im Jahr 1977 auf 9 % (490 ha) im Jahr 1999.
Gleichzeitig stieg der Anteil der Ackerflächen an der landwirtschaftlich genutzten
von fast 60 % (1977) auf 90 % (1999).

Die durch das Forstamt Borken betreuten Waldflächen auf dem Schöppinger Gemeindegebiet
zählen zum Forstbetriebsbezirk Heek.
Sitz der Försterei ist Schöppingen.
Die Hauptaufgabe des Försters ist die Beratung der Privatwaldbesitzer,
die über ca. 97 % der insgesamt 730 ha umfassenden Waldgebiete verfügen können.
In Abhängigkeit von den standörtlichen Gegebenheiten werden überwiegend Buche,
Stieleiche, Kiefer und nachrangig Esche, Fichte, Douglasie, Erle und
andere mehr als Wirtschaftshölzer genutzt.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Baumartenzusammensetzung zugunsten
eines höheren Laubholzanteiles gewandelt.

Eine schwer zu berechnende Größe ist die Wohlfahrtswirkung des Waldes.
So schneiden beliebte Spazier- und Wanderwege gerade die Waldbereiche an der
Nordabdachung des Schöppinger Berges sowie im Bereich der Wersche und entlang der Vechte.



Industrie- Handwerk und Gewerbe

Erste gesicherte Auskünfte über die in Schöppingen betriebenen Gewerbe
erhalten wir aus einer Gewerbezählung Anfang des 19. Jahrhunderts.
Die hier angesiedelten Gewerbe waren darauf ausgerichtet,
den Grundbedarf an z.B. Nahrung, Kleidung und Wohnung der von der Landwirtschaft
lebenden Bevölkerung zu befriedigen.
Zudem gab es Betriebe für die Herstellung von Arbeitsgeräten für die Landwirtschaft
und die Hauswebereibetriebe.
Nach dieser Aufstellung waren im Gebiet der heutigen
Gemeinde Schöppingen 74 % der insgesamt 941 Erwerbstätigen dem Gesinde und den
Tagelöhnern zuzurechnen, 21 % der Hausweberei (meist im Nebenerwerb) und
nur 5 % den erlernten handwerklichen Berufen.
Das Kleidungshandwerk und Handwerke zum Dienste der Haushaltungen und
der Landwirtschaft waren die dominanten Gewerbegruppen.


War bis 1843 auf Grund des Bevölkerungswachstums noch eine Zunahme an Erwerbstätigen
zu verzeichnen, so bewirkten die Konjunkturschwankungen in den nachfolgenden Jahrzehnten
auch erhebliche Fluktuationen bei der Zahl der gemeldeten Gewerbe.
Dies zeigt, dass viele Gewerbe am Rand des Existenzminimums
wirtschafteten und in Krisenzeiten dann ihr Gewerbe aufgeben mussten.
Eine Krisenzeit war z.B. der Niedergang der meist im Nebenerwerb betriebenen Hausweberei.
Vor allem für Zimmerer und Maurer bedeutete die schlechtere Einkommenssituation
der Landbevölkerung auch ein Mangel an
Aufträgen.

Die Weberei war das bedeutendste und das einzige auch exportorientierte
Gewerbe in Schöppingen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Leinenweber waren zunächst noch selbständig und besorgten sich ihre Rohstoffe
oft in heimischer Garnherstellung selbst und setzten die fertige Leinwand
über lokale Kaufleute und Händler ab.
Der wichtigste Rohstofflieferant war der vor Ort angebaute Flachs.
Bereits 1840 hatte die bessere Garnqualitäten erzeugende Baumwolle den Flachs
als Rohstoff der Weberei in Schöppingen verdrängt.
Die Nesselweberei (Baumwollweberei) wurde im Verlagsystem betrieben.
Die meisten Verleger hatten ihren Sitz in Horstmar.
Die Abhängigkeit von Baumwollgarnimporten sowie die Abhängigkeit vom Verleger
führten oftmals trotz Produktivitätssteigerung zu Lohneinbußen.
Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt auch der Niedergang der Nesselweberei,
die, wie schon zuvor die Leineweberei, mit der Konkurrenz preiswerterer
maschinell gewebter Stoffe nicht Schritt halten konnte.

Für Eggerode führt Brunsiek (2001) an,
dass um 1900 kein Haushalt mehr als Beruf „Weber“ angab.
Ähnliches galt wahrscheinlich auch für Schöppingen.
Gleichzeitig erlebte in dieser Zeit das Schmiede- und Holzschuhmacherhandwerk
einen Aufschwung.

Allerdings entfiel für viele,
die auf den Nebenerwerb aus der Weberei angewiesen waren,
eine wichtige Quelle zur Sicherung des Lebensunterhaltes und
es gab kaum alternative Arbeitsmöglichkeiten.
Dies besserte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts bei
rückläufiger Bevölkerungsentwicklung und gleichzeitiger Entstehung erster
Industriebetriebe (unter anderem: Seidenweberei, Strumpffabrik) in der näheren Umgebung.
Die Steigerungen in dem Einkommens- und Gewerbesteueraufkommen
Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren wahrscheinlich
der treibenden Kraft der Landwirtschaft zu verdanken,
die seit der Eröffnung der Bahn
erbindung von Horstmar zum Ruhrgebiet (1879)
ihre Erzeugnisse auch im Industrierevier des Ruhrgebietes absetzen konnte.
Davon profitierten nachfolgend auch die auf den lokalen Bedarf
ausgerichteten Gewerbebetriebe.
Auch im Gebiet der heutigen Gemeinde Schöppin
en blieb die Landwirtschaft
bis auf wenige Ausnahmen
(Stuhlfabrik Potthoff, Druckerei Hüntemann, Strumpffabrik Krechting, Brennerei Sasse)
bis zum Zweiten Weltkrieg der bestimmende Wirtschaftsfaktor des ländlichen Raumes.


Die stärkere Industrialisierung des ländlichen Raumes setzte erst mit
dem Zweiten Weltkrieg v.a. durch die Verlagerung kriegswichtiger Produktionsstätten
aus dem Ruhrrevier ein.
Im Zuge der boomenden Sie
lungsentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg
suchten größere Unternehmen entsprechende Freiflächen die sie nur noch am Rande
der Siedlungsräume fanden.
Nach der Kommunalreform von 1975 war auch in Schöppingen eine großräumigere,
geordnete Bauleitplanung möglich, die dazu führte, dass sich nur noch
die kleingewerblichen Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen
im Ortskern von Schöppingen konzentrierten,
während die industriell-großgewerblichen Unternehmen auf die
ausgewiesenen Gewerbeflächen (im Jahr 2001: 29 ha) am Rande der
geschlossenen Siedlungsflächen auswichen.
Mit der Auslagerung vergrößerten sich auch viele der zuvor eher
kleingewerblichen Unternehmen.


Einige der in den 70er und 80er Jahren noch sehr erfolgreichen Unternehmen
überlebten die wirtschaftliche Rezession in den 90er Jahren kaum.
Kostensteigerungen sowie Konzentrations- und Verdrängungsprozesse in den
jeweiligen Branchen machten ihnen schwer zu schaffen.
So sind die Konkurse zu Beginn des 21. Jahrhunderts meist zu begründen.



Stromerzeugung


Ab 1907 produzierte der Stuhlmacher Bernhard Potthoff mehr Elektrizität
als er in seinem Betrieb benötigte und erwarb das Strommonopol für Schöppingen.
Mit einer Dieseldampfmaschine zur Energieerzeugung und
einem ersten Leitungsnetz zur Versorgung von Arbeitsmaschinen
der Tischlereien, Bäckereien und der Landwirte im Ort baute er die Stromversorgung
von Schöppingen auf.
1908 kam die elektrische Straßenbeleuchtung hinzu.
1927 wurde die immer aufwendigere Infrastruktur zur Stromversorgung an die
Stadt Schöppingen abgegeben.
Diese erhielt alsbald den Strom von der VEW, die noch heute als ein
Tochterunternehmen vom RWE für die Stromzulieferung verantwortlich ist.

Die in den vergangenen Jahren auf Schöppinger Gemeindegebiet
in vier Windvorranggebieten (BOR 06 – 09) errichteten 31 Windkraftanlagen mit einer
installierten Gesamtleistung von 41,7 MW (bis zu 1,8 MW pro Anlage)
sind ein imposanter Neubeginn der gewerblichen Stromerzeugung in Schöppingen.
Da die letzten Anlagen erst im Jahre 2002 errichtet wurden,
liegen noch keine vergleichbaren Statistiken zur jährlichen Energieproduktion vor.



Fremdenverkehr

Neben mehreren Gastronomieeinrichtungen verfügt Schöppingen über
fünf Beherbergungsunternehmen (Bettenkapazität > 8) unterschiedlicher Standarts
bis hin zum Vier-Sterne-Hotel.
Die Hotel- und Gastronomieeinrichtungen mit einer Gesamtkapazität
von 142 Betten. (LDS 2001, Gemeindeamt Schöppingen 1999: 180 Betten an LDS gemeldet)
werden auch überregional für Betriebsausflüge, Seminare und
Tagungen gebucht und laden mit diversen Freizeitangeboten und Aktionswochen
zum Verweilen ein.


Sechs Betriebe, u.a. auch mit „Ferien auf dem Bauernhof“ ergänzen
das Übernachtungsangebot durch Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe.

Die Wallfahrten zum Ortsteil Eggerode sind ein nicht zu
vernachlässigender Wirtschaftsfaktor für die Beherbergungsbetriebe
in der Gemeinde Schöppingen.
Die Pfarrgemeinde St. Mariä Geburt Eggerode wurde vor über
850 Jahren gegründet (erste Erwähnung 1148).
Seit fast 700 Jahren pilgern viele Menschen zum Gnadenbild
"Unserer Lieben Frau vom Himmelreich",
eine mittelalterliche byzanthinische Marienfigur,
in die Gnadenkapelle und zum Marieenbrunnen (16./17. Jahrhundert).
Jährlich pilgern zwischen 60.000 und 80.000 Menschen, nicht nur aus dem Münsterland,
in den Wallfahrtsort Eggerode .
Bezeichnender Weise sind die Wallfahrtsmonate Mai, Juni und September
mit die Zeiten der höchsten Bettenauslastung (>20 %) in der Gemeinde Schöppingen.

Die Fahrradtouristik ist neben den Wallfahrten ein häufiger Grund
für Kurzurlaube in der Gemeinde Schöppingen.
Kurzaufenthalte dominieren die Übernachtungsstatistik:
durchschnittlich 2,2 Tage verweilte ein Gast im Jahr 2001.
Damit verringerte sich die duchschnittliche Aufenthaltsdauer von 1995 bis 2001 um
einen Tag.

Schöppingen ist eine repräsentative Station verschiedener regionaler und
überregionaler Fahrrad-Routen,
die wesentliche Beiträge zum lokalen Fremdenverkehr leisten und
Schöppingen auch als liebenswerten Urlaubsort mit Kultur und Landschaft auszeichnen .
Schöppingen ist somit ein idealer Ausgangspunkt für
zahlreiche Tagesradwanderungen und daher auch für längere Aufenthalte geeignet.

Auf der mit Mitteln des Programmes INTERREG der Europäischen Union
cofinanzierten Kunstroute Schöppingen-Diepenheim wurden regional bedeutsame Kunstwerke
entlang der ca. 60 km langen Fahrstrecke durch die in grenzüberschreitender Nachbarschaft
assoziierten Städte und Gemeinden Schöppingen (D), Ahaus (D), Haaksbergen (NL)
und Diepenheim (NL) eingebunden.

Der Ortsteil Eggerode,
am Zusammenfluß der Vechte-Quellbäche Rockeler Bach und Burloer Bach gelegen,
ist ein Ausgangsort für die ebenfalls
grenzüberschreitende 160 km lange Vechte-Tal Route ,
die die Radfahrerinnen und Radfahrer durch sehr attraktive Landschaften
entlang der Vechte bis nach Zwolle (NL) am Zwartewater führt.

Der Königsweg zeichnet mit seinen ca. 110 km langen ausgewiesenen Radwegen
Teilstücke eines alten Königsweges aus der Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung
Schöppingens nach und führt nach Wettringen und Rheine.

Südlich der Gemeindegrenze von Schöppingen verläuft die 215 km lange
Baumberger Sandsteinroute .
Sie bietet in eindrucksvoller Weise einen Überblick
in den Abbau und die Verarbeitung des Baumberger Sandsteins.
Ob Profanbau oder Kirchenbau, kaum ein Gebäude in dieser Region weist
nicht zumindest Zierteile aus Sandstein auf.
Zu Fuß oder per Rad lassen sich hier kulturhistorische Besonderheiten des
Münsterlandes auch in Tagesetappen erschließen.

Als Königin unter den Fahrradrouten im Münsterland wird die 100 Schlösser-Route,
die auch durch das Gemeindegebiet von Schöppingen,
nämlich den Ortsteil von Eggerode tangiert, oft bezeichnet .
Auf ca. 1250 km durchzieht die Hauptroute (grüne Schlosssymbole) das gesamte Münsterland.
Ca. 750 km Verbindungswege (schwarze Schlosssymbole) verdichten die
100 Schlösser-Route derart,
dass sowohl Tagesrundkurse oder beliebige Mehrtagesfahrten ausgewählt werden können.
Im Oktober 2002 eröffnete Bürgermeister Josef Niehoff mit
den Vorsitzenden der gestaltenden Heimatvereine von Schöppingen und Eggerode
den „ plattdütsken Patt “, einen Poetenpfad mit 40 münsterländischen
plattdeutschen Gedichten,
aufgestellt entlang der Radwege zwischen dem Hauptort Schöppingen
und dem Ortteil Eggerode.
Auf einer ca. 10 km langen Fahrradtour wird die Erinnerung an die
plattdeutsche Sprache mit lokalen Bezügen aufgefrischt.

Zudem durchzieht der vor einigen Jahren eröffnete und
mit einer neuen Beschilderung versehene "Radelpark Münsterland"
das Schöppinger Gemeindegebiet.
Aktuelle Radwanderkarten hierzu sind in der Gemeineverwaltung erhältlich.


Die über 1150 jährige Geschichte der Vechtestadt spiegelt sich auch
in einigen bereits z.T. zuvor erwähnten kulturellen Sehenswürdigkeiten wieder.
So zeugen die gotische Hallenkirche Schöppingens aus der Zeit von 1455
mit Kirchturm von ca. 1100 und einem monumentalen dreiteiligen
gemalten Flügelaltar (ca. 1455) des „Meister von Schöppingen“ sowie das
über 400-jährige „Alte Rathaus“ nicht nur von vergangener Bedeutung Schöppingens
sondern auch von den heutigen Bemühungen,
derartige kulturhistorische Schätze für Urlaubsgäste von heute sowie für die
Nachfahren von morgen zu erhalten.
Der Schöppinger Flügelaltar gilt als der einzige vollständige
mittelalterliche Altar an seinem ursprünglichen Aufstellungsort und
seine Bemalung als eines der bedeutendsten Werke der spätgotischen Malerei Westfalens.
Der Bau des „Alten Rathaus“ (1583) fiel in die Zeit der letzten Prachtentfaltung
vor den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges und zeugte von dem
frühen Selbstbewusstsein der Schöppinger Bürger.
Nur dem Einsatz entschlossener Bürger ist es auch zu verdanken,
dass das „Alte Rathaus“ im Jahre 1818 entgegen der Verfügung des
königlich-preußischen Landrates in Ahaus nicht abgerissen sondern durch
Spenden und tatkräftige Eigenleistungen Instand gesetzt wurde.
Renovierungsarbeiten in moderner Zeit begannen 1976 und trugen wesentlich
zur Bewahrung der ursprünglichen Bauform und Innenausstattung
dieses in seiner Lebensgeschichte multifunktionalen Baues
(Lagerhaus, Rathaus, Rektoratsschule, Feuerwehrgerätehaus,
Jugendheim, Polizeistation, Evangelische Schule, Arbeitsamtsnebenstelle) bei.
Heute dient das „Alte Rathaus“ als Repräsentationsraum für festliche Anlässe der Gemeinde,
als Konzertstätte und als festlicher Rahmen für private Veranstaltungen.

Neben eindrucksvollen Hofanlagen aus Baumberger Sandstein sind
weitere historische Gebäude im Schöppinger Gemeindegebiet auffindbar und
teilweise zu besichtigen. So z.B. die 1718 errichtete Bergkapelle am Schöppinger Berg,
die alljährlich Ziel eine Hagelprozession ist.

Die Stockumer Kapelle in der Bauernschaft Haverbeck trägt ein Familienwappen
aus dem Jahre 1707 und die benachbarte Brünningmühle eins von 1710.

An der Stelle einer aus dem 17. jahrhundert stammenden Kapelle
errichteten Eggeroder Bürger in den Jahren 1843/44 überwiegend in Eigenleistung
die heutige Gnadenkapelle.
1952 wurde die Kapelle um einen Chorbereich erweitert.
Ebenfalls zur Wallfahrtsstätte zählt der aus dem 16. Jahrhundert
stammende Marienbrunnen an der Hauptstrasse.

1636 fand in der Bauernschaft Gemen erstmals eine Prozession statt,
um die Pest abzuwehren.
Seit dem 17. Jahrhundert ist hier auch eine Pest-Kapelle nachgewiesen.
Wegen Baufälligkeit trug man ihre Reste 1966 ab und errichtete am gleichen Standort
eine neue Kapelle.
Kapellen und Kirchen im Schöppinger Gemeindegebiet beherbergen sehenswerte
sakrale Kunstgüter.

Über die kulturhistorischen Besonderheiten hinaus beleben aktuelle
kulturelle Veranstaltungen des Künstlerdorfes und des Kulturrings-Schöppingen
das Ferien- und Freizeitgeschehen in Schöppingen.
Die vom Kulturring-Schöppingen e.V. regelmäßig organisierten Musik-Großveranstaltungen
wie z.B. das jährlich im Juni oder Juli stattfindende internationale Blues-Festival
und die Stadtmarketing-Aktionen der Initiative Schöppingen e.V.,
die in Zusammenarbeit mit dem Künstlerdorf verwirklicht werden,
(z.B. Ab in die Mitte! Die City-Offensive NRW 2002)
sind beliebte Angebote im Rahmen des Eventtourismus.

Ferien auf dem Bauernhof wird im Pferdeland Münsterland auch in Schöppingen
vielfach mit Reiterferien in Verbindung gebracht.
Möglichkeiten hierzu sind durch zahlreiche Reit- und Voltigiervereine mit
ihren Reithallen gegeben.


Quelle : » www.schoeppingen.de


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